Pressemitteilung

Dortmund, Mittwoch, 21. Oktober 2020

DolWin4 und BorWin4: Amprion geht ersten Schritt des Planfeststellungsverfahrens im Küstenmeer

Die Amprion Offshore GmbH, ein Tochterunternehmen des Dortmunder Übertragungsnetzbetreibers Amprion, hat die Planfeststellungsunterlagen für den Genehmigungsabschnitt Küstenmeer der Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4 eingereicht. Die zuständige Genehmigungs-behörde wird die Anträge nun auf Vollständigkeit prüfen. Die ersten Baumaßnahmen sollen Anfang 2022 beginnen.

Bereits Anfang 2019 hatte Amprion Klarheit darüber, dass DolWin4 und BorWin4 im Küstenmeer den sogenannten „Norderney II-Korridor“ nutzen können. Er bezeichnet einen für die Verlegung von Seekabeln vorgesehenen Trassenkorridor zwischen der 12-Seemeilen-Grenze und dem Anlandungspunkt in Hilgenriedersiel (Gemeinde Hagermarsch). In den vergangenen anderthalb Jahren hat Amprion die detaillierten Planfeststellungsunterlagen für diesen Genehmigungsabschnitt erstellt und nun zur Vollständigkeitsprüfung bei der zuständigen Planfeststellungsbehörde in Hannover eingereicht. Die umfangreichen Unterlagen umfassen auch die Planungen zur Querung der Insel Norderney und des Küstenschutzdeiches in Hilgenriedersiel mittels Horizontalbohrung. Die ersten Baumaßnahmen zur Inselquerung sollen bereits 2022 beginnen.

In den kommenden Wochen prüft die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr die nun eingereichten Unterlagen auf Vollständigkeit. Marco Franz, zuständiger Projektleiter bei Amprion, ist zuversichtlich, dass diese auch erfolgreich beschieden wird: „Wir haben uns in den vergangenen anderthalb Jahren intensiv mit dem sensiblen Planungsraum und den hohen Anforderungen im Küstenmeer auseinandergesetzt. Nicht zuletzt aufgrund der engen Abstimmung mit der Behörde bin ich mir sicher, dass wir ein gutes Ergebnis vorlegen konnten.“ Nach Bescheinigung der Vollständigkeit leitet die Genehmigungs-behörde voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres das Verfahren ein. Dann können sowohl Träger öffentlicher Belange als auch Bürgerinnen und Bürger die Unterlagen einsehen und sich beteiligen. „Wir wollen begleitend dazu im kommenden Jahr Informationsangebote für die Öffentlichkeit schaffen“, so Projektsprecher Stefan Sennekamp. Amprion rechnet damit, den Planfeststellungsbeschluss Ende 2021 oder Anfang 2022 zu erhalten.

Die Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4

Die weitestgehend parallel verlaufenden Offshore-Netzanbindungssysteme DolWin4 und BorWin4 gehören zu den wichtigen Energiewende-Projekten in Deutschland. Sie sollen 2028 und 2029 in Betrieb gehen. Von den Nordsee-Windparks aus verlaufen die Kabel zunächst 50 bzw. 130 Kilometer auf See. Sie unterqueren die Insel Norderney und erreichen im Bereich Hilgenriedersiel die Küste. Von dort aus verlaufen sie noch circa 150 bis 170 Kilometer als Erdkabel in Richtung der Umspannanlage Hanekenfähr in Lingen (Ems), wo Amprion sie an sein Übertragungsnetz anschließen wird.

Amprion verbindet

Die Amprion GmbH ist einer von vier Übertragungsnetzbetreibern in Deutschland. Unser 11.000 Kilometer langes Höchstspannungs-netz transportiert Strom in einem Gebiet von Niedersachsen bis zu den Alpen. Dort wird ein Drittel der Wirtschaftsleistung Deutschlands erzeugt. Unsere Leitungen sind Lebensadern der Gesellschaft: Sie sichern Arbeitsplätze und Lebensqualität von 29 Millionen Menschen. Wir halten das Netz stabil und sicher – und bereiten den Weg für ein klimaverträgliches Energiesystem, indem wir unser Netz ausbauen. Rund 2.000 Beschäftigte in Dortmund und an mehr als 30 weiteren Standorten tragen dazu bei, dass die Lichter immer leuchten. Zudem übernehmen wir übergreifende Aufgaben für die Verbundnetze in Deutschland und Europa. Die Amprion Offshore GmbH ist als hundertprozentige Tochter mit den Offshore-Aktivitäten von Amprion betraut.

Stefan Sennekamp
Stefan Sennekamp
Projektsprecher DolWin4 & BorWin4