Neue Anbindungsleitungen für Nordsee-Windparks

Deutschland will bis 2050 klimaneutral werden und setzt deshalb auf den Ausbau erneuerbarer Energien – insbesondere auf See. Mit dem Windenergie-auf-See-Gesetz hat die Bundesregierung die weiteren Rahmenbedingungen für den Ausbau der Offshore-Windparks festgeschrieben: Die Leistung soll auf 20 Gigawatt im Jahr 2030 und auf 40 Gigawatt im Jahr 2040 steigen. Nach dem Willen der Bundesregierung sollen Windparks auf See somit im Jahr 2040 so viel elektrische Leistung bereitstellen wie etwa 50 große Kohlekraftwerke. Dazu zählen auch mehrere Windparks in der Nordsee, die 2031 und 2033 in Betrieb gehen sollen.

Gesetzlicher Auftrag

Im Rahmen des Netzentwicklungsplans Strom entwickeln die vier deutschen ÜNB die Zielnetzstruktur für das deutsche Übertragungsnetz der Zukunft. Hierbei werden alternative Netzkonzepte verglichen und die jeweils vorteilhafte Variante wird in das Zielnetz aufgenommen. Da das Übertragungsnetz im Norden aufgrund der zahlreichen Windparks an und vor der Küste bereits sehr stark ausgelastet ist, können durch einen Anschluss weiter im Süden Eingriffe in den Netzbetrieb sowie die damit verbundenen Kosten und lokal erforderlicher Netzausbau vermindert werden. Gemäß §17d EnWG ist derjenige ÜNB, an dessen Umspannanlage ein Offshore-System angebunden wird, verpflichtet, das gesamte Anbindungssystem von der Umspannanlage bis zum Offshore-Windpark zu realisieren („anbindungsverpflichteter ÜNB“).

Netzanschlüsse im südlichen Niedersachsen und nördlichen Nordrhein-Westfalen

LanWin1 und LanWin3 heißen zwei der Anbindungssysteme, die Nordsee-Windstrom in unser Übertragungsnetz einspeisen werden. Für die beiden Systeme werden wir Kabel auf hoher See, im Watt bei Norderney sowie auf dem Festland zwischen Hilgenriedersiel an der Küste und dem jeweiligen Netzverknüpfungspunkt größtenteils parallel verlegen. Der Netzverknüpfungspunkt von LanWin1 ist Wehrendorf im südlichen Osnabrücker Land. Der Netzverknüpfungspunkt von LanWin3 ist Westerkappeln im nördlichen Nordrhein-Westfalen.

Inbetriebnahme 2031 und 2033

Die beiden geplanten Offshore-Netzanbindungssysteme werden auf der Landseite und größtenteils auch auf der Seeseite parallel zueinander installiert. Bei LanWin1 handelt es sich um eine rund 390 Kilometer lange Verbindung. Etwa 170 Kilometer davon verlaufen auf See. LanWin3 kommt ebenfalls auf eine gesamte Trassenlänge von rund 390 Kilometern, wobei etwa 160 Kilometer davon auf See verlaufen. Landseitig sind sowohl LanWin1 als auch LanWin3 als Erdkabel in Gleichstromtechnik geplant. Sie können jeweils eine Leistung von 2.000 Megawatt übertragen, wodurch in Summe etwa der Bedarf von vier Millionen Menschen aus Offshore-Windenergie gedeckt werden kann. Die Anbindungssysteme werden 2031 (LanWin1) und 2033 (LanWin3) in Betrieb gehen.